Sehnenverletzung bei einem Pferd, Darstellung der Heilung mit Kollagenunterstützung. Tendo Fit

Entstehung von Sehnenverletzungen bei Pferden, bisherige Therapien

Sehnenverletzungen sind eine häufige Problematik im Pferdesport, insbesondere bei Rennpferden, die aufgrund hoher physischer Belastung oft unter Sehnenschäden leiden.
Diese Verletzungen entstehen primär durch Überlastung, wiederholte Mikrotraumata und eine damit einhergehende Schwächung der Kollagenstruktur innerhalb der Sehne.
Während akute Verletzungen der oberflächlichen Beugesehne (SDFT) während intensiver Übungen auftreten können, wird angenommen, dass chronische Überlastungen zur Degeneration der Sehnenmatrix führen, was langfristig das Risiko für schwerwiegende Sehnenrisse erhöht (Dowling et al., 2000; Geburek et al., 2017).

Regenerative Therapieansätze für Sehnenverletzungen bei Pferden

Traditionelle intraläsionale Therapien umfassen die Injektion von Hyaluronsäure oder polysulfatierten Glykosaminoglykanen (PSGAGs) direkt in geschädigte Sehnenstrukturen. PSGAGs sollen katabolische Enzyme hemmen und die Kollagenfibrillen-Organisation verbessern, was zu einer schnelleren Narbenbildung führen könnte (Dowling et al., 2000; Moraes et al., 2009). Allerdings bleiben die Ergebnisse klinischer Studien uneinheitlich.

Eine alternative Behandlung mit β-Aminopropionitrilfumarat, einem Lysyloxidase-Hemmer, zielt darauf ab, die Kollagenvernetzung zu verzögern und so den Fasern Zeit zu geben, sich während der kontrollierten körperlichen Aktivität auszurichten (Dahlgren et al., 2001). Trotz theoretischer Vorteile konnten experimentelle Studien keinen durchschlagenden Erfolg nachweisen. Diese Behandlung erhöht sogar das Risiko von Sehnenrupturen in der frühen Rehabilitationsphase (Dahlgren et al., 2001).
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Auch Kortikosteroide wie Methylprednisolon und Triamcinolon, die ebenfalls zur intraläsionalen Behandlung genutzt wurden, sind aufgrund ihrer nachgewiesenen negativen Effekte auf die Kollagenstruktur kontraindiziert (Dowling et al., 2000). Diese Substanzen fördern die Kollagennekrose und sind daher nicht empfehlenswert.

In den letzten Jahren haben sich autologe biologische Präparate wie plättchenreiches Plasma (PRP) und Stammzellen als vielversprechende Alternativen erwiesen. Sie sind sicher, leicht verfügbar und unterliegen nicht den strengen regulatorischen Vorschriften, die für Medikamente gelten (Textor, 2011).

Plättchenreiches Plasma (PRP) bei der Sehnenheilung

PRP ist mittlerweile eine gängige Therapieoption, auch wenn die wissenschaftlichen Belege für seine Wirksamkeit begrenzt sind (Witte et al., 2016). PRP enthält zahlreiche Wachstumsfaktoren, die die Heilung durch Förderung der Tenozytenproliferation und der Kollagensynthese stimulieren (Geburek et al., 2016). In-vitro-Studien haben gezeigt, dass PRP vielversprechend ist, allerdings sind die klinischen Ergebnisse oft weniger überzeugend, was auf die variierende Zusammensetzung von PRP-Präparaten zurückzuführen ist.

Ein Problem bei PRP ist der oft variable Anteil an Leukozyten, die eine entzündungsfördernde Wirkung haben können (Smith et al., 2014). Dies führte zur Entwicklung von autolog konditioniertem Plasma (ACS), welches weniger Leukozyten enthält und dadurch die entzündliche Reaktion reduziert (Georg et al., 2010). Erste Studien hierzu zeigen positive Ergebnisse, jedoch ist aufgrund der limitierten Wirkdauer oft eine wiederholte Anwendung notwendig (Geburek et al., 2015).

Stammzellen in der Regenerativen Therapie

Die intraläsionale Injektion von Stammzellen gilt als eine der vielversprechendsten regenerativen Therapien. Stammzellen besitzen die Fähigkeit zur Selbsterneuerung und können sich in verschiedene Zelltypen differenzieren. Besonders mesenchymale Stammzellen (MSC) aus adultem Gewebe haben klinisch bewiesene regenerative Eigenschaften (Renzi et al., 2013).

Knochenmark ist eine gängige Quelle für MSCs. Die Zellen werden entnommen, kultiviert und dann in die Sehne injiziert, um die Heilung durch die Förderung der Kollagenproduktion und Wiederherstellung der normalen Faserstruktur zu unterstützen (Crovace et al., 2010). Ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Therapie ist der richtige Zeitpunkt der Injektion, welcher zwischen der Entzündungsphase und der Bildung von Narbengewebe liegen muss (Romero et al., 2017).

Eine sofortige Alternative zur Zellkultur ist die direkte Injektion von Knochenmarksaspirat, auch wenn es eine geringere Anzahl an Stammzellen enthält. Diese Methode ist schneller und kostengünstiger, aber nicht so effektiv (Smith et al., 2013). Ebenso kann MSC aus Fettgewebe gewonnen werden, was zwar einfacher ist, jedoch ebenfalls weniger wirksam sein kann (Shikh Alsook et al., 2015).

Zukunftsperspektiven: Allogene Stammzelltherapie

Eine vielversprechende Zukunftstechnologie stellt die allogene Stammzelltherapie dar, bei der Zellen von Spendern verwendet werden.

Besonders amniotische MSCs, die aus der Amnionmembran gewonnen werden, bieten ein hohes Potenzial. Diese Zellen haben eine geringe Wiederverletzungsrate gezeigt und können in großen Mengen kryokonserviert werden, um jederzeit zur Verfügung zu stehen (Lange-Consiglio et al., 2013).

Lasertherapie: Eine vielversprechende Alternative

Lasertherapie hat sich als praktikable Alternative zu Stammzellbehandlungen erwiesen. Klinische Erfahrungsberichte zeigen, dass sie die Heilung beschleunigt und die klinische Lahmheit schneller lindert (Pluim et al., 2018).

Auch wenn die langfristige Wirksamkeit noch nicht ausreichend erforscht ist, könnte Lasertherapie eine praktikable Lösung für viele Pferdebesitzer darstellen.

Potenzial von bioaktivem nativem Typ I & III Kollagen quervernetzt mit Hyaluronsäure

Die Kombination von bioaktivem nativem Typ I & III Kollagen, quervernetzt mit Hyaluronsäure, stellt eine vielversprechende alternative Therapieoption dar. Kollagen vom Typ I bildet den Hauptbestandteil der Sehnen und verleiht ihnen ihre Zugfestigkeit und Elastizität (Biologics for tendon repair).

Durch die Integration von Typ III Kollagen, welches in den frühen Phasen der Gewebereparatur eine Rolle spielt, wird die natürliche Heilungsreaktion unterstützt und das strukturelle Gleichgewicht wiederhergestellt (Lange-Consiglio et al., 2013).

Die Quervernetzung mit Hyaluronsäure erhöht die biomechanische Stabilität des Kollagens und fördert gleichzeitig die Hydratation des Gewebes, was die Heilungseffizienz weiter steigern kann.

Hyaluronsäure hat zudem entzündungshemmende Eigenschaften und trägt zur Revaskularisierung und Reorganisation der extrazellulären Matrix bei, was die Regeneration des verletzten Sehnengewebes begünstigt (Geburek et al., 2017).

Frühere Studien deuten darauf hin, dass die Kombination dieser bioaktiven Komponenten zu einer verbesserten Sehnenheilung führen kann, da sie sowohl die strukturelle Integrität als auch die funktionelle Kapazität des Gewebes unterstützt (Smith et al., 2013).

Fazit

Obwohl herkömmliche Therapien wie PRP und Stammzelltherapie vielversprechend erscheinen, bleiben ihre Anwendungsergebnisse uneinheitlich.

Die Kombination von bioaktivem nativem Typ I & III Kollagen mit Hyaluronsäure bietet jedoch das Potenzial, sowohl die Heilungsqualität als auch die Rehabilitationszeiten zu verbessern, indem sie die natürlichen Heilungsprozesse des Sehnengewebes gezielt unterstützen kann.

Zukünftige Forschungen zielen darauf hin, die optimalen Anwendungen und Dosierungen dieser Kombination weiter zu untersuchen, um eine standardisierte und klinisch wirksame Therapie zu gewährleisten.

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